Hanse Spirit 2017

Vergangenes Wochenende waren wir zu Gast auf der Hanse Spirit 2017 in Hamburg. Die Spirituosenmesse findet dort bereits zum 3. Mal statt und lockt jedes Jahr zahlreiche begeisterte Spirituosen-Liebhaber nach Hamburg. Gin, Rum, Whisky oder auch Cognac von insgesamt 59 verschiedenen Ausstellern warteten hier darauf, verkostet zu werden.

Wir hatten dabei natürlich vor allem Gin ins Auge gefasst und dabei nur jene, die wir bisher noch nicht kannten bzw. probiert haben. Pro Probierschluck (1-2cl) waren je nach Stand 1-2 Euro fällig. Für einen Gin Tonic (1cl Gin + 4cl Tonic) dann meist 3-4 Euro.  Insgesamt ein faires Angebot, denke ich.

Folgende Gins haben wir probiert:

  • Elephant Sloe Gin & G’Vine
  • MOM Gin
  • Citadelle Gin & Citadelle Reserve Gin
  • Dry Fly Gin
  • Brockmanns
  • Geranium Gin
  • nginious! Smoked & Salted Gin
  • Gabriel Boudier Sloe Gin

Elephant Sloe Gin & G’Vine

Elephant Sloe Gin & G’Vine

Elephant Sloe Gin & G’Vine

Der erste Stop führte uns zum Stand von Sierra Madre. Diese sind für den Vertrieb des Elephant Gin sowie des G’Vine Gin in Deutschland zuständig. Den Elephant Sloe Gin kannte ich bereits, war einem Probierschluck jedoch nicht abgeneigt. Meiner Meinung nach neben dem Haymans Sloe Gin einer der besten Sloe Gins auf dem Markt. Zwar ist er im Geschmack leicht weihnachtlich, aber trotzdem kommen die Schlehen hier am besten zur Geltung und gehen nicht in Kirscharoma unter, wie es bei vielen anderen Sloe Gins der Fall ist.

Den G’Vine wollte ich schon länger mal probieren. Der große Unterschied zu anderen Gins: Anstelle von Getreidealkohol wird hier Alkohol auf der Basis von Ugni-Blanc Trauben genutzt, die normalerweise für die Herstellung von Cognac genutzt werden. Diese machen sich in der Nase sofort bemerkbar, zusätzlich besitzt der Gin auch eine leichte florale Note, die beim Nosing mitschwimmt. Wer das gleiche Aroma auch am Gaumen erwartet, wird enttäuscht. Der Gin ist hier deutlich milder und zurückhaltender. Weniger Traubenaromen, dafür im Abgang eine seifig-florale Note.

MOM Gin

Mein absoluter Favorite auf der Hanse Spirit war der MOM Gin, welchen wir am Stand von Schwarze&Schlichte probiert haben. In der Nase überrascht der MOM Gin mit einem extrem beerigen und süßen Aroma. Am Gaumen zeigt der Gin aus Spanien mit 39,5% Alkoholvolumen ein ähnliches Bild, es dominieren vor allem die Beeren. Dazu Wacholder, der jedoch gegen das süße Aroma nur wenig Chancen besitzt. Pur lässt sich der Gin sehr gut trinken, idealerweise ohne Eis. Als Gin Tonic mit dem Elderflower Tonic von Fever-Tree funktioniert der Gin ebenfalls sehr gut.

Citadelle Gin & Citadelle Reserve Gin

Citadelle Gin & Citadelle Reserve Gin

Citadelle Gin & Citadelle Reserve Gin

Der Citadelle Gin sowie die faßgereifte Variante des Citadelle Gin konnten wir am Stand von Cognac Ferrand verkosten. Während der Citadelle Gin geschmacklich sehr an einen klassischen Gin mit dem typischen Wacholderaromen erinnert, ist der Citadelle Reserve Gin deutlich feiner aufgestellt. Der in Eichenfässern gereifte Gin bringt neben blumigen Noten von Lavendel und Rosmarin vor allem weiche Aromen von Vanille und Orangen mit sich. Pur ein tolles Geschmackserlebnis.

Dry Fly Gin

Der Dry Fly Gin aus den USA gefiel uns leider so gar nicht. Sehr herb, viel Alkohol und wenig Aromenvielfalt. Leider kein Genuss.

Brockmanns

In der Nase ein tolles Aroma von Brombeeren und Heidelbeeren, dazu die klassische Wacholdernote. Am Gaumen dann ein ähnliches Bild, der Gin ist extrem mild, es dominieren die Beeren. Dazu leichte süße Noten von Zitrusfrüchten und Süßholz.

Als Gin Tonic sicherlich auch ein guter Drink, allerdings konnten wir den Brockmanns Gin vor Ort nur mit dem Schweppes Dry Tonic probieren, was uns leider so gar nicht gefiel. Ein Tonic mit mehr Zucker und weniger herben Noten wäre deutlich passender gewesen, um den Charakter des Gins besser zu unterstreichen.

Geranium Gin

Obwohl schon lange erhältlich, war der Geranium Gin, der sein Aroma aus Geranien bzw. Geranien-Öl bezieht, auch eine Neuheit für mich. In der Nase ist der Gin mit der unauffälligen Flasche sehr mild, leicht floral und bringt ein feines Wacholderaroma mit sich. Am Gaumen ebenfalls Wacholder, ein wenig Muskatnuss und die floralen Aromen der Geranien. Dazu unter ganz dezente Süße, die vor allem im Abgang mit einer leichten Zitrusnote am Gaumen zurückbleibt.

nginious! Smoked & Salted Gin

Messe-Stand von Ginthusiast.de

Messe-Stand von Ginthusiast.de

Den nginious! Smoked & Salted Gin hatte ich schon länger auf der Liste, aber bisher hat sich leider noch keine Probiergelegenheit ergeben. Wie passend, dass Oliver von Ginthusiast.de genau diesen Gin an seinem Stand zur Verkostung anbot.

Bereits in der Nase machen sich die feinen Aromen von Rauch und Salz bemerkbar. Das Aroma ist dabei ganz untypisch und keinesfalls klassisch. Neben Wacholder und Bitterorangen lebt das Aroma von geräucherten Kastanien, wobei ich hier zugeben muss, dass ich darauf niemals selbst gekommen wäre.

Am Gaumen wird es spannend, das komplexe Aroma trifft mich etwas unerwartet. Eine Mischung aus Zitrus, Wacholder, Salz und den geräucherten Kastanien schwebt im Mund. Nach und nach wird der Gin etwas fruchtiger, die Zitrusfrüchte zeigen erst nach ein paar Sekunden.

Gabriel Boudier Sloe Gin

Der Gabriel Boudier Sloe Gin war der letzte Gin auf der Messe. In der Nase ist der Gin süß mit einer starken Kirschnote, geschmacklich zeigt sich das gleiche Bild. Vor allem Die Kirschenote ist für meinen Geschmack zu stark und übertönt sämtliche Aromen im Gin.

Fazit zur Hanse Spirit 2017

Insgesamt hat uns die Messe auch dieses Jahr wieder sehr gut gefallen. Viele nette Gespräche und keine zu überlaufenen Stände. Vielen Dank an der Stelle auch nochmal an die Jungs von Cognac Ferrand, die uns die Herstellung von Cognac etwas näher gebracht haben! Wir werden auch nächstes Jahr wieder dabei sein und hoffen, auch dann wieder einige neue Gins probieren zu können.

Weitere Infos zur Messe findet ihr unter www.hanse-spirit.de

Keine Erfahrungsberichte vorhanden


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